Über uns

Nach über 20 Jahren Hofladen Rehagen steht wiederum eine Restaurierung dieser Internetpräsenz an. Die Eröffnung des Hofladens war am 06. Dezember, am Nikolaustag des Jahres 2003. Im Jahr 2006, als die erste Internetpräsenz erstellt wurde, schaute ich auf 3 Jahre Geschäftserfahrung zurück. Aber wichtiger noch, ich schaute in eine Zukunft, die ich nach meinen Vorstellungen gestalten und realisieren wollte. Inzwischen sind 20 weitere Jahre vergangen. Meine Vorstellungen damals und die Realität heute, eine schwer zu verbindende Brücke.

Wir begannen 2004 brachliegende Wiesen umzubrechen und diese in Ackerböden zu verwandeln. Wir wirtschafteten nach der organisch-biologischen Methode von Müller-Rusch. Die Böden hier sind typisch für das Land Brandenburg – sandig und mager. Der Aufbau einer natürlichen Humusschicht war von enormer Bedeutung. Dem Boden mehr zurück geben, als ihm nehmen. Ein Leitspruch des Biolandbaus, den wir uns zu Nutze machten.

Schon nach den ersten Jahren merkte ich, das nicht nur Brandenburgs Böden sandig und mager waren, sondern auch die wirtschaftlichen Strukturen in den ländlichen Regionen. So reifte ab 2006 der Entschluss…kommen die Kunden nicht zum Hofladen, dann bringen wir die Ware halt zum Kunden. Es war die Geburtsstunde des Lieferservice.

Der Lieferservice wurde als zweites Standbein zum stationären Hofladen integriert. Wir produzierten eigenes Gemüse auf den Äckern, verkauften sie im Hofladen und fuhren es den Kunden vor die eigene Haustür. Dieses Konzept machte Spaß und brachte mir eine 7-Tage Arbeitswoche ein. Büroarbeit, Hofladenverkauf, Lieferservice und zum Ausgleich die Arbeit auf dem Acker.

Als all diese Konzepte zu laufen begannen, fehlte noch die entsprechende Werbung dazu. 2006 wurde die Internetpräsenz mit einem ersten Onlineshop erstellt und ich begann an einigen Tagen im Monat auf Märkte zu fahren, um öffentlich gesehen zu werden. Im Sommer verkaufte ich zusätzlich Obst & Gemüse auf dem regionalen Kraut & Rübenmarkt, im Winter standen wir auf Weihnachtsmärkten und schenkten selbst gekochten Holunder- & Sanddorn- Glühpunsch aus.

2011 gilt als der Wendepunkt in dieser Expansion, denn im November setzte ein Burnout diesem Kurs ein jähes Ende. Zu all der Arbeit gesellte sich nun die Realität einer ruinierten Gesundheit. Ab diesem Zeitpunkt setzte ein lang andauerndes Umdenken ein. Denn, obwohl ich mit dem, was ich damals tat, eigentlich heute voll im Trend liegen dürfte, bin ich an meiner Gesundheit gescheitert. Allmählich setzte sich eine neue Blickrichtung durch. Geschäftstätigkeiten hauptsächlich danach zu bewerten, was betriebswirtschaftlich möglich war und weniger danach zu handeln, was für mich ideal wäre. Dies brachte alle laufenden Geschäftsfelder auf den Prüfstand. Die Konsequenz dessen war, das wir ab 2012 an keinem regionalen Wochenmarkt mehr teilgenommen haben. Den letzten großen Weihnachtsmarkt hatten wir 2015 absolviert. Im selben Jahr hatten wir den gesamten eigenen Gemüseanbau eingestellt.

In jenen Jahren konnte ich beobachten, dass das Internetgeschäft immer mehr an Bedeutung gewann. So habe ich 2017 die komplette Software für den Lieferservice erneuert, einen neuen Webshop integriert und alles in eine digitale Warenwirtschaft eingebettet. All die Jahre seit dem Beginn ab 2003 war der stationäre Hofladen immer meine persönliche Nummer Eins. Im Januar 2017 habe ich mich für eine Strukturänderung entschieden. Ich gab dem Lieferservice den Vorrang und stellte den stationären Hofladen hinten an.

Im März 2020 kam es zu einem weiteren einschneidenden Ereignis. Es war der Beginn der uns allen bekannten Corona-Pandemie. Bis zum Ende 2019 war der Hofladen Rehagen ein gut besuchtes stationäres ländliches Lebensmittelgeschäft. Ab der dritten Märzwoche endete der Verkauf abrupt, das normale gesellschaftliche Leben endete. Wir können uns alle daran erinnern. Mein Glück war der Lieferservice, der mit kleinen Auflagen weitergeführt werden konnte. Der Lieferservice wuchs wöchentlich, da es für die Menschen der einfachste Weg war, an frische und gesunde Lebensmittel zu gelangen, ohne die hohen Pandemie-Auflagen erfüllen zu müssen.

Die heutige Situation ist im Grunde das Ergebnis dieser Pandemie-Jahre. Denn, obwohl die Menschen wieder zu ihren alten Gewohnheiten hätten zurück kehren können … taten sie es nicht. Sie haben die Vorzüge der Digitalisierung für sich entdeckt. Der Online-Handel ist enorm gewachsen, der stationäre Handel hat das Nachsehen. Aktuell wird die wirtschaftliche Situation noch verschärft, durch ständige Preissteigerungen oder einer fortlaufenden Entwertung unserer Zahlungsmittel, je nachdem, wie man es betrachten möchte.